J. Chr. Kestner, Tagebuch 15. 8. 1772 (Berend1 S. 100) BuG01_0372Copy to Clipboard

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Wetzlar 15. 8. 1772

den 15. ward er nach Atzbach geschickt, eine Apricose der Renthmeisterin [Rhodius] zu bringen. Abends gegen 10 Uhr kam er und fand uns vor der Thür sitzen; seine Blumen, Morgens Dröpperger, wurden gleichgültig liegen lassen; er empfand es, warf sie weg; redete in Gleichnissen; ich ging mit Göthe noch Nachts bis 12 Uhr auf der Gasse spatzieren; merckwürdiges Gespräch, wo er voll Unmuth war, und allerhand Phantasien hatte, worüber wir am Ende, im Mondenschein an eine Mauer gelehnet, lachten.

An J. Chr. Kestner 8. 1. 1773 (WA IV 2, 52) BuG01_0374Copy to Clipboard

Wetzlar 15. 8. 1772

Diese Nacht Träumte ich von Lotten, und wie ich aufwachte sass ich so im Bett und dachte an all unser Wesen, von dem ersten Lager in Garbenheim bis zum Mondenmitternachts Gespräch an der Mauer, und weiter. Es war ein schönes Leben, auf das ich ganz heiter zurücksehe.

Zitierhinweis

Online-Edition:
BuG I, BuG01_A_0198 (Ernst Grumach/Renate Grumach), in: /id/BuG01_A_0198 (Version vom 02.09.2024).
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Druck des Zeugnisses:
BuG I, S. 202 f. (Ernst Grumach/Renate Grumach).

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