Briefe von Goethe

Goethes Briefwerk gilt als einer der Höhepunkte europäischer Briefkultur. Seine Briefe sind nicht nur biographische Dokumente, sondern auch sprachliche Kunstwerke. Die etwa 15 000 überlieferten Briefe stammen aus einem Zeitraum von fast 70 Jahren und richten sich an mehr als 1 400 Empfängerinnen und Empfänger.

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Cover des Druckbandes 5 I / Text, erschienen bei De Gruyter.
Zuletzt im Druck erschienen:
Johann Wolfgang Goethe. Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Band 5 I, IIA und II B: 1782–1784. Hrsg. von Héctor Canal und Elke Richter unter Mitarbeit von Sören Schmidtke und Bettina Zschiedrich. 3 Bände. Berlin, Boston: De Gruyter 2024.

Briefe von Goethe auf der PROPYLÄEN-Plattform

Die historisch-kritische Edition von Goethes Briefen wird schrittweise auf der PROPYLÄEN-Plattform zugänglich gemacht. Bis 2039 werden die 15 000 überlieferten Briefe an mehr als 1 400 Empfängerinnen und Empfänger mit Text, kritischem Apparat, Kommentar und Digitalisat auf der Plattform verfügbar sein. Dies gilt auch für die erschlossenen Briefe an etwa 300 weitere Korrespondenzpartner.

Aktuell online verfügbar:

  • 272 Briefe und 243 erschlossene Briefe (Text und Kommentar, Anfang 1773 bis Oktober 1775)
  • 17 116 Datensätze zu den Briefen aus den übrigen Zeiträumen mit Digitalisaten (sofern vorhanden) und Angaben zu Handschriften- und Drucküberlieferung

Zur historisch-kritischen Ausgabe

Die briefliche Kommunikation mit seinen Zeitgenossen war für Goethe von kaum zu überschätzender Bedeutung. Er hat einen Teil seiner Briefe noch selbst veröffentlicht, darunter seine Korrespondenz mit Schiller. 1912 lag mit der 50-bändigen Briefabteilung der Weimarer Ausgabe die erste Gesamtausgabe seiner Briefe vor. Sie wies allerdings von Anfang an Unzulänglichkeiten auf.

Die neue historisch-kritische Ausgabe hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Gesamtedition der Briefe Goethes nach heutigen editionsphilologischen Standards vorzulegen. Hierzu gehört die buchstaben- und zeichengetreue Wiedergabe der Brieftexte nach den Handschriften einschließlich der Varianten und vor allem die Erstellung eines wissenschaftlichen Kommentars. Damit schließt sich eine Lücke in der Goetheforschung. Im Kommentar werden die Briefe als biographische Dokumente erschlossen, die erstmals in ihrer materialen Dimension und in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext umfassend rekonstruiert werden. Begriffs- und Sacherläuterungen, die Identifikation von Personen und Werken sowie der Nachweis von Zitaten dienen der möglichst lückenlosen Erschließung der Sachinhalte der Briefe. Ein besonderer und gegenüber anderen Goethe-Briefeditionen neuer Fokus wird dabei auf das persönliche Verhältnis der Adressatinnen und Adressaten zu Goethe gelegt.