Die Transkriptionen

Editionsrichtlinien

Vorbemerkungen

Die Transkriptionen der Briefe an Goethe werden auf Grundlage eines eigenen XML-Datenmodells nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) erstellt. Derzeit stehen die Brieftexte bis August 1786 als Frontend zur Verfügung. Über eine Datenschnittstelle, die als Ausgabeformat XML/TEI erzeugt, sind die Transkriptionen und die TEI-Forschungsdaten (ab September 1786) bereits bis Ende 1797 öffentlich einsehbar [Stand: Juni 2024]. Im Laufe des Projektes werden die Volltexte sukzessive als Fließtexte im Frontend erscheinen und weiterhin fortlaufend über die TEI-Schnittstelle abrufbar sein. Das projektspezifische, vollständige XML-Schema in einer ODD (One Document Does it All) wird zu einem späteren Zeitpunkt hier veröffentlicht.

Regest – Transkription – Digitalisat

Die Transkriptionen der Briefe an Goethe verorten sich auf der digitalen Plattform PROPYLÄEN im Zusammenspiel von Regest – Transkription – Digitalisat. Aufschluss über die Anzahl beschriebener und unbeschriebener Seiten, über Textverteilung und Papierformat gibt das Digitalisat, anhand dessen auch ein Eindruck von der Beschaffenheit der Handschrift vermittelt wird. Die Briefe enthalten gelegentlich Anlagen, also mitgeschickte Schriftstücke ohne Briefcharakter. Diese werden als Digitalisat, nicht aber in transkribierter Form zur Verfügung gestellt.

Transkriptionsstatus

Zahlreiche Transkriptionen der Briefe an Goethe wurden bislang von mehreren Bearbeiter:innen über einen längeren Zeitraum unter Beachtung unterschiedlicher Transkriptionsstandards erstellt. Ebenso wurden auf der Basis gedruckter Briefeditionen mittels OCR-Erkennung Texte erzeugt, die noch nicht mit den Handschriften abgeglichen und auch noch nicht nach TEI ausgezeichnet worden sind. Im Rahmen eines maßgeblichen TEI-Datenmodells und somit einheitlichen Kodierungsstandards erfolgt im Zuge des PROPYLÄEN-Projekts neben der Erstellung von Neutranskriptionen auch zugleich die Anpassung älterer Transkriptionen an das aktuelle TEI-Schema. Neutranskriptionen werden grundsätzlich nach dem aktuellen Datenmodell angefertigt.

Daraus folgt, dass die hier veröffentlichten Transkriptionen einen unterschiedlichen Textstatus aufweisen, der für die Briefe ab September 1786 in der Einzeldokumentenansicht jeweils sichtbar gemacht wird:

  • OCR-erzeugter Text, in Bearbeitung
  • neu transkribiert, nicht annotiert
  • neu transkribiert, kollationiert, nicht annotiert
  • neu transkribiert und vorläufig annotiert
  • neu transkribiert, kollationiert und vorläufig annotiert
  • neu transkribiert und TEI-annotiert
  • neu transkribiert, kollationiert und TEI-annotiert
  • Transkription in Erarbeitung

Ein Ziel im PROPYLÄEN-Projekt ist es, dass grundsätzlich alle Transkriptionen der Briefe an Goethe schließlich neu transkribiert, nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ kollationiert sowie TEI-annotiert bis zum Projektende 2039 öffentlich zugänglich sind.

Textgrundlage und Textgestaltung

Das den Transkriptionen zugrundeliegende technische TEI-Schema (ODD), welches das Kodieren der Strukturdaten eines Dokumentes, die zulässigen Elemente und Attribute sowie deren Aufeinanderfolge etc. regelt, wird demnächst an dieser Stelle mit Erläuterungen veröffentlicht. Daher wird an dieser Stelle nur auf einige wesentliche Elemente der Textgestaltung eingegangen.

Hinsichtlich der Transkriptionsrichtlinien orientieren sich die Briefe an Goethe an den Ausgaben der Briefe von Goethe und Goethes Tagebücher, wobei die Textkonstitution vereinfacht und auf einen textkritischen Apparat verzichtet wird.

Textgrundlage ist prinzipiell die letzte Textschicht der behändigten Ausfertigung des Briefes. In etwa drei Prozent der Fälle ist diese nicht überliefert. Hier werden Konzepte, Abschriften oder Drucke herangezogen und diejenige überlieferte Form aufgenommen, die dem Original am nächsten steht. Ist ein Brief an Goethe nur als Druck überliefert oder ging der Brief bereits in gedruckter Form an Goethe, so erfolgt lediglich eine grundständige Annotation des Briefes.

Eine detailgetreue Nachbildung der Handschrift ist nicht beabsichtigt. Varianten, also Durchstreichungen oder Überschreibungen, bleiben unberücksichtigt. Anmerkungen und Ergänzungen außerhalb des Textflusses werden im TEI ausgezeichnet. Kommentierungen und Übersetzungen des ursprünglichen Textes werden nicht vorgenommen.

Der Brieftext wird nach den Handschriften buchstaben- und satzzeichengetreu reproduziert. Seitenumbrüche, Absätze und Zeilenfall werden wiedergegeben. Die wenigen Fälle, in denen der transkribierte Text auf einem Druck basiert, weisen diese Textstrukturierung, bis auf die Absätze, nicht auf. Einrückungen und Textlücken im laufenden Text werden unabhängig von der Weite des Abstandes mit einem einheitlichen horizontalen Leerraum annotiert. Auch unterschiedlich große Abstände zwischen Brieftext und Grußformeln, sogenannte Devotionsabstände, werden unabhängig von der Weite mit einem fest definierten vertikalen Leerraum wiedergegeben. Dittographien am Seitenende werden nicht transkribiert.

Grammatische und orthographische Fehler werden nicht korrigiert. Das schließt auch die variable Schreibung von Personennamen, Orten und Werktiteln ein. Diese werden im Regest und in den Registern normiert. Sofern der graphische Befund dies zulässt, werden Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreibung originalgetreu reproduziert. Im Zweifelsfall werden sie auf Briefebene einheitlich behandelt. Kann aus einem einzelnen Brief keine Regel abgeleitet werden, so erfolgt die Unterscheidung nach semantischem Kontext und zeitspezifischen Gewohnheiten.

Der Wechsel zwischen deutscher und lateinischer oder griechischer Schreibweise wird ausgezeichnet. Hochstellungen werden ebenfalls ausgezeichnet und der im Rahmen von Hochstellungen vorkommende Punkt oder Doppelpunkt wird als einfache Unterstreichung realisiert. Ausgezeichnet werden darüber hinaus alle Unterstreichungen, die, unabhängig von ihrer konkreten Ausführung (mehrfach oder farbig), immer als eine einfache Unterstreichung erscheinen. Abkürzungen, auch jene mit Doppelpunkt, und Sonderzeichen im Brieftext werden gemäß dem Handschriftenbefund beibehalten. Abkürzungen werden als solche im TEI annotiert, jedoch nicht aufgelöst. Aufgrund der immensen graphischen und lexikalischen Vielfalt der Handschriften wird für diese Ausgabe auf die Nutzung von allgemeinen Nachschlagewerken zu gängigen zeitgemäßen Abkürzungen verwiesen und von einem entsprechenden internen Verzeichnis abgesehen.

Falls sich auf den Briefen an Goethe Text befindet, der nicht an Goethe gerichtet ist, so wird dieser nicht transkribiert.